Muskelkater? Vielleicht ist gar nicht der Muskel schuld...
- saravitale2015
- 13. Aug. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Jeder kennt ihn.
Du gehst nach längerer Zeit mal wieder ins Training. Oder du hebst im Alltag was Ungewohntes. Und am nächsten Tag?
Autsch! Muskelkater.
Bisher dachte man: Das sind winzige Risse in den Muskelfasern. Klingt logisch – der Muskel wurde stark beansprucht, jetzt „repariert“ er sich, und das tut eben weh.
Aber:
Neuere Studien zeigen, dass das gar nicht oder nicht nur so stimmt.
Es könnte ganz anders sein – und die Faszie spielt dabei ein
Was ist die Faszie überhaupt?
Die Faszie ist ein dünnes, bindegewebiges Netz, das alles im Körper miteinander verbindet – Muskeln, Organe, Knochen.
Man kann sich das vorstellen wie ein Stretchanzug unter der Haut, der alles umhüllt, stabilisiert und miteinander kommunizieren lässt.
Und genau dieses Gewebe scheint bei Muskelkater viel empfindlicher zu reagieren als der Muskel selbst.
Was sagt die Forschung?
Wissenschaftler haben herausgefunden, dass:
Nach intensivem Training wird die tiefe Faszie steifer und schwillt leicht an
Die Faszie ist dicht durchzogen von Schmerzrezeptoren – viel mehr als der Muskel
Die typischen Schmerzen bei Muskelkater ähneln mehr einer Faszien-Reizung als einem Muskelschaden
In Studien korrelierte die Steifigkeit der Faszie direkt mit der Schmerzintensität
Kurz gesagt:
Es ist nicht der Muskel, der sich meldet – sondern die Faszie.
Was bedeutet das?
Wenn Muskelkater vor allem mit der Faszie zu tun hat, dann verändern sich auch die Möglichkeiten, wie man damit umgeht:
Tiefes Kneten direkt in den Muskel kann kontraproduktiv sein
Stattdessen helfen sanfte Mobilisation, Wärme, Faszienrollen oder leichte Bewegung
Massagen mit Fokus auf die Faszien können in der richtigen Intensität den Schmerz lindern und die Regeneration beschleunigen
Und: Man versteht den Muskelkater jetzt weniger als „kleine Verletzung“, sondern eher als eine Art fasziales Ungleichgewicht nach Belastung – was völlig normal ist, aber eben nicht ignoriert werden sollte.
Tipps bei Muskelkater (faszienfreundlich)
Wärme anwenden (Wärmflasche, warmes Bad – keine Kälte!)
Leichte Bewegung statt Ruhe (z. B. Spazieren, Dehnen)
Sanfte Selbstmassage mit einer Faszienrolle oder einem weichen Ball
Ausreichend trinken, um die Faszie mit Flüssigkeit zu versorgen
Fasziendehnung – z. B. über langsame Dehnübungen mit tiefer Atmung
Fazit:
Muskelkater ist nicht einfach „Muskel kaputt“.
Die Faszie – dieses unscheinbare, aber unglaublich wichtige Gewebe – spielt eine zentrale Rolle bei Schmerzen nach Belastung.
Je besser man das versteht, desto gezielter kann man vorbeugen, behandeln und regenerieren.
Link zur Studie im Pub

Med




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